Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen ein angenehmeres Surfen zu ermöglichen

DAS STARPORTRÄT Jean Marais

JEAN MARAIS

Tausendsassa, Liebling der Frauen und Filmheld

 

Am 11. Dezember 1913 wurde in Cherbourg eine der größten französischen Filmlegenden geboren: Jean Marais. Seine Kindheit verlief turbulent, denn sein Vater, ein Tierarzt, verließ, kurz nachdem er aus dem 1. Weltkrieg zurückgekommen war, die Familie, als Jean gerade erst vier Jahre alt war, und seine Mutter zog mit ihm nach Paris, wo er von ihr und seiner Großmutter großgezogen wurde.
Seine Mutter Rosalie, ein großer Filmfan, verzärtelte den Jungen und drehte ihm Löckchen im Stil ihrer Lieblingsschauspielerinnen; sie hatte kurz vor Jeans Geburt ihre einzige Tochter verloren, und so wollte sie in ihm wohl Sohn und Tochter gleichzeitig sehen – was sich prägend auf sein Gefühlsleben auswirkte, denn obwohl er zwei Jahre lang (1942-44) mit seiner Kollegin Mila Parély verheiratet war, fühlte er sich sein Leben lang zu Männern hingezogen.
Trotz der finanziell schwierigen Situation seiner Familie bekam er Gelegenheit, das berühmte Lycée Condorcet zu besuchen, wo er andere spätere französische Filmgrößen kennenlernte, unter anderem Louis de Funès – und Jean Cocteau, mit dem ihn später weit mehr als eine Freundschaft und Filmpartnerschaft verbinden sollte...

Mit 16 jedoch verließ er die Schule, um Schauspielunterricht zu nehmen; er war bereits fest entschlossen, den Weg der darstellenden Kunst einzuschlagen. Zunächst stellte sich allerdings kein Erfolg ein, und so war er gezwungen, neben seinen abendlichen Komparsenrollen auf der Bühne seinen Lebensunterhalt als Assistent eines Fotografen, und sogar als Caddy in einem Golfclub zu verdienen.
Ab 1933 ergatterte er seine ersten kleinen Filmrollen – und 1937 traf er seinen Jugendfreund Jean Cocteau wieder, der zu dieser Zeit bereits ein anerkannter Schriftsteller und Dramatiker war; die beiden begannen eine Beziehung, die bis zu Cocteaus Tod 1963 anhielt.
Dann jedoch kam der 2. Weltkrieg; zunächst führte Marais seine Schauspielerlaufbahn weiter, aber nach der Befreiung von Paris 1944 wurde er Lastwagenfahrer für die französische Armee – wofür er einen Orden für Tapferkeit erhielt!

Und nach dem Krieg begann sich eine – im wahrsten Sinne des Wortes – wunderbare Freundschaft zu entfalten, sowohl privat alsauch professionell: Jean Marais wurde (nachdem die beiden bereits 1943 im Kriegsdrama „Der ewige Bann“ erstmals zusammengearbeitet hatten) der Star von Jean Cocteaus gefeierten Meisterwerken wie der wunderschön poetischen Verfilmung des wohl schönsten französischen Volksmärchens „Die Schöne und das Biest“ (1946), wo er die Doppelrolle des jugendlichen Helden und des ‚Biests‘ verkörperte, und der modernisierten antiken Tragödie „Orphée“ (1949), was beiden weltweiten Ruhm einbrachte. In den 50er Jahren wurde er außerdem zum Star der französischen Mantel-und-Degen-Filme (wie „Der Graf von Monte Cristo“ 1954 und „Fracasse, der freche Kavalier“ 1961), und damit dank seiner Ausdrucksstärke und seiner klassischen Film-Schönheit zum internationalen Filmidol. (Er wurde oft als der ‚französische Errol Flynn‘ bezeichnet; und er drehte übrigens alle seine wagemutigen Stunt-Szenen selbst!) 1963, nach Jean Cocteaus Tod, der ihn unbeschreiblich erschütterte (er selbst sagte später, daß an jenem Tag auch ein großer Teil von ihm selbst starb), schrieb er eine Biographie über seinen Lebenspartner (und später, 1975, auch eine Autobiographie).

In den 60ern wechselte er allmählich ins Komödienfach, wo er ebenso talentiert und erfolgreich war; berühmt wurde vor allem „Fantomas“ (1964), wo er den ‚Gegenspieler‘ seines alten Freunds Louis de Funès darstellte.

Insgesamt spielte er über 100 Rollen in Film und Fernsehen, und außerdem war er natürlich jahrzehntelang im Theater tätig. Unter anderem spielte er lange Jahre in der weltberühmten ‚Comédie Française‘. Darüber hinaus aber besaß er auch andere künstlerische Talente: er avancierte in späteren Jahren, als er sich nach Südfrankreich in ein idyllisches kleines Städtchen namens Vallaruis zurückgezogen hatte, zum anerkannten Bildhauer.

In den 90er Jahren beehrte er die französische Filmszene noch mit einigen wenigen Gast-Auftritten, und 1993 wurde er für sein Lebenswerk mit einem Ehren-César ausgezeichnet.

Ein letztes Mal kehrte er 1995 zurück vor die Filmkameras für Bertoluccis Liebesdrara „Gefühl und Verführung“, in dem Liv Tyler, Sinead Cusack, Donal McCann und Jeremy Irons die Hauptrollen spielten – und im selben Jahr erhielt er die höchste Auszeichnung, die der französische Staat zu vergeben hat: den Orden der Ehrenlegion.Jean Marais starb am 8. November 1998 in Cannes im Alter von 84 Jahren – ein Mythos des französischen und internationalen Films, und ein wundervoller Mensch, der trotz seines enormen Erfolgs stets bescheiden und sogar selbstironisch blieb; er sagte einmal: „Das Leben ist ungerecht. Ich habe immer von allem das Beste bekommen.“ Er wird ewig weiterleben in seinen legendären Rollen, und immer wieder neue Generationen begeistern mit seinen romantisch-märchenhaften, draufgängerischen und oftmals auch herrlich komischen Rollen...

Dieses Porträt stammt von unserer Gast-Autorin Sabina Frick.

 

Im Zeichen der Lilie (1961)

Robert de Neuville und die hübsche Jeanne de Beauvais habe ihre grosse Liebe zueinander gefunden. Sie wollen für immer beieinander bleiben. Doch Jeanne ist das Patenkind von Frankreichs König Ludwig XI und der hat ganz andere Pläne mit ihr im Sinn. Standesgemäß soll sie den Herzog von Burgund heiraten, da sie ihm schon seit längerer Zeit versprochen ist. Doch dieser ist ein intriganter und unsympa...

Weiterlesen...


Der Lord mit der MP (1966)

Die skrupellosen Agenten zweier Geheimdienste werden auf der Jagd nach angeblich wertvollen Dokumenten, für die Millionen bezahlt wurden, von dem Gentleman-Gauner Simon Templar "Le Saint" überlistet und schamlos ausgetrickst. Dass dabei einiges zu Bruch geht und holde Weiblichkeit mitmischt, dagegen hat Simon Templar nichts einzuwenden. Einem Flirt ist er nie abgeneigt . . .

Weiterlesen...


Des Königs bester Mann (1958)

Man schreibt das Jahr 1742. Bayern führt mit Hilfe des französischen Königs Ludwig XV. Krieg gegen Österreich. Mit einer Gauklertruppe tingelt auch der Hallodri La Tour durch die Heerlager. So passiert es, dass er mit einem Spottlied den Herzog Saint Sever verärgert. Dieser fordert ihn zum Duell heraus. Doch bevor das Duell stattfindet wird der Herzog ermordet aufgefunden. Sterbend bittet er La To...

Weiterlesen...


Weisse Nächte (1957)

Mario ist ein einsamer, in sich versunkener Träumer; der eines Nachts auf menschenleeren Straßen die verzweifelte Natalia trifft, die seit gut einem Jahr voller Hoffnung auf die Rückkehr ihres Verlobten Tenant wartet. Mario verliebt sich Hals über Kopf in Natalia. Doch für Natalia ist es nur Freundschaft, so trifft sie sich auch an den folgenden Abenden wieder mit Mario. Mit der Zeit akzeptiert Na...

Weiterlesen...

Pontius Pilatus - Statthalter des Grauens (1962)

Pontius Pilatus steht vor Caligula und dem römischen Senat um sich zu verantworten. Ihm wird vorgeworfen, die Juden unterdrückt und ihre Tempelsteuer beschlagnahmt zu haben. Und Pontius Pilatus beginnt seine Geschichte zu erzählen, die ihn vor sechsundzwanzig Jahren nach Christi Geburt als Statthalter nach Palästina führte, wo er den Hass der jüdischen Bevölkerung hautnah und lebensbedrohend erleb...

Weiterlesen...

Taifun über Nagasaki (1957)

Der französische Ingenieur Pierre Marsac verliebt sich in die junge Japanerin Noriko, eine Waise, und verlängert ihretwegen seinen Arbeitsvertrag in Japan. Als seine ehemalige Geliebte Francoise als Reporterin nach Japan kommt, wendet er sich allerdings erneut ihr zu - und die Japanerin verzichtet auf ihn mit schwerem Herzen. Bevor sich der Ingenieur entscheiden kann, verwüstet ein gigantischer Tai...

Weiterlesen...

2019  Lonnys Filme   globbersthemes joomla templates